Archiv für Oktober 2006

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Voicebox

Oktober 26, 2006

Wir haben eine SkypeIn-Box eingerichtet, wo ihr uns zu nationalen Tarif (von Deutschland aus) Nachrichten hinterlassen koennt, bzw. mit ein Bisschen Glueck, wenn wir mit Skype verbunden sind, auch ganz in echt telefonieren koennt.

Die Nummer lautet: +49 6131 9017892

 Wir freuen uns ueber alle Formen des Grusses und Glueckwunsches, Fragen, Anregungen oder was auch immer!

Hoffentlich lasst ihr von Euch hoeren!!!

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Dem Abenteuer auf der Spur

Oktober 26, 2006

Kathi und ich hatten uns entschieden noch ein paar Tage laenger in Amazonien zu bleiben, anstatt direkt weiter an die Kueste in die naechste grosse Stadt (Belem) zu fahren. Und ich finde, wir haben gut daran getan. Es waren wundervolle und ereignisreiche Tage.

Wir sind in Alter do Chao untergekommen. Ein klitzekleines suesses Staedtchen, mitten im Urwald. Naja, nicht ganz mitten drin. Urwald gibt es nur auf 2 Seiten.  Auf den anderen ist der Rio Tapajos, ein Zufluss des Amazonas, der so breit ist, dass wir staendig versehentlich Meer statt Fluss sagen und dann ist da noch der gruene See. Der ist das besondere an dem Ort.

Im Sommer, quasi jetzt (wer schnell umdenkt mag sich wundern: da wir auf der Suedhalbkugel sind, muesste doch jetzt Fruehling sein. Dachten wir auch, aber hier gibt es nur 2 Jahreszeiten und die gerade heisst Sommer und die in der es regnet, Winter) gibt es da naemlich jede Menge Strand vor einem See, der wunderbares, sanftes, leicht kuehlendes Wasser hat.

Unsere Tage haben wir meist mit einem Spaziergang oder meditationsartigem Rumhocken auf dem weissen Sandstrand begonnen. Nach dem fruchtigen Fruehstueck mit den kleinen Gruppe, die sich dort gebildet hat, haben wir uns Muehe gegeben, so viel wie moeglich von der Umgebung zu erkunden. Was bei so viel Urwald gar nicht so einfach ist.

Einen Tag blieb Kathi ziemlich lang am Strand und ich wollte ihr die Zeit geben. Allerdings haben wir dadurch die Gruppe verpasst, die zum Fischen losziehen wollte. Waere interessant gewesen, Piranhas unter dem kritischen Blick von Aligatoren und anderen Wesen zu fischen. Aber wir hatten auch einen aenteuerreichen Tag.  Ueber dem Strand erhebt sich ein Kegel, steil und spitz in die Hoehe. Da wollten wir rauf. Drumherum ist jede Menge Wald und Busch. Da mussten wir durch.

Dummerweise haben wir uns beim Tiere (Heuschrecken, eine halbe Elle lang, Schmetterlinge in allen Farben, Groessen und Formen, genau wie die Echsen und Voegel) ein wenig, naja, schon ziemlich, verfranst, so dass wir im wahrsten Sinne ueber Stock und Stein mussten, um wieder in die richtige Richtung zu kommen. Schraeg war, dass wir von unten den Kegel gar nicht mehr sehen konnten, der sonst Meilen weit zu sehen ist. Ich also in alter Waldlaeufermanier auf den naechsten Baum, Ausschau halten. Immer noch nichts zu sehen. Hm. Wir glaubten schon an wunder. Dann irgendwann wechselte die Flora in etwas was fuer die Tropen unglaublich trocken war. Ringsum nur verdorrtes Gras und lauter tote Baeume. Aber immerhin kein Blatt mehr, was uns die Sicht versperren konnte. Endlich hatten wir wieder Blickkontakt mit dem Berg.

Der Weg dahin verlief durch Brusthohes Gras, das wir erst feinsaeuberlich aufspalteten, bevor wir unseren Fuss aufsetzten, um zu gucken, ob wir auch auf keine Schlange treten. Dann wieder Wald. Kathi hatte langsam genug und ihr Kreislauf auch. Als wir dann am Berg angekommen waren, bin ich alleine hoch. Kathi ist leider nicht in den Genuss dieses grandiosen Ausblicks gekommen. Aber sie hat moeglicherweise noch mal die Gelegenheit.

Letzten Sonntag ist unser Sonntagsspaziergang in ein aehnliches Abenteuer ausgeartet. Wir wollten zu einer kleinen Lagunge am See. Dummerweise ist der See kein rundes Becken mit Wasser drin und ein paar Baeumen drumherum, wie man sich Seen so vorstellt.  Immer wieder waren so ewig lange Seitenarme zu ueberqueeren. Meistens gings zu Fuss. Ausser einmal. Da mussten wir schwimmen. Dumm fuer Kathis Schuhe und Hose. Die Kamera konnte ich irgendwie retten.

AbenteuerinnenIrgendwann dachten wir, wir umlaufen mal eben den kleinen Sumpf, der da entstanden ist wo der kleine niedliche Bach in den See plaetschert. Ja, das dachten wir. Wieder schlugen wir uns durch dichtes Gestruepp, liessen uns Arme und Beine von Killer-Gras zerfetzten, stapften durch huefthohen Schlamm und mussten Aligatoren besiegen (okay, das war gelogen, aber sonst ist alles die reine Wahrheit). Die kleine Kurve um den kleinen Sumpf ist dann in ein mehrstuendiges Unterfangen ausgeartet. Auf der anderen Seite angekommen, waren wir ganz schoen fertig, und dachten uns, wir koennten auch mal wieder nach Hause. Diesmal wollten wir aber die Abkuerzung durch den See nehmen. Nur da wir nicht wussten, wie tief es ist, fragten wir ein paar Kids, die einen Ausflug mit dem Boot gemacht hatten und nun am Fussballspielen waren, ob sie uns gerade uebersetzen koennten. War ja nicht weit, nur bis auf die andere Seite vom Sumpf. Da wo ihre Eltern ohnehin gemuetlich im Schatten lagen und Fische verspeisten.Der Sumpf

Aber die Jungs waren von der scheuen Art und zeigten uns ganz unbrasilianisch und dadurch ueberraschend fuer uns die Schulter. Sie setzten dann irgendwann ohne uns ueber. Einer der ihren versprach aber, mit dem Boot zurueck zu kommen und uns zu holen. Aber anscheinend war die Wasserschlacht doch irgendwie interessanter als die gestrandeten Bleichgesichter am anderen Ufer. Also stapften wir wieder zu Fuss in die Richtung und dann setzten sie sich doch noch in Bewegung und halfen uns wenigstens, unsere Sachen trocken ueber zu setzen. Kathi Jones (nach dem Abenteuer)

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kurze Info vorm nächsten Bus

Oktober 26, 2006

Obwohl man in letzter Zeit von uns weniger gehoert hat, geht es uns gut. Wir haben die letzten Tage in Alter do Chau verbracht, einem kleinen Ort 34 km entfernt von Santarém. Dort gibt es einen See und ein Fluss, so dass es weisse Straende zu hauf gibt. So haben wir die letzten Tage viel am Strand und in den umliegenden Waeldchen verbracht.
Heute morgen sind wir auf zu einem weiteren Abenteuer. Mit 2 weiteren Personen sind wir nun auf dem Weg zu einem kleinen Ort im Urwald. Wir sind heute morgen zurueck nach Santarém gefahren, um den Bus dorthin zu nehmen, doch wie sich herausstellte, kommt der Bus 2 Stunden spaeter, als man uns gesagt hatte, so dass ich noch Zeit habe, ein Lebenszeichen von uns zu geben.
Wir haben vor, bis Donnerstag frueh in diesem Ort zu bleiben, um etwas mehr vom Regenwald und den Einheimischen mitzubekommen. Ich hoffe, unser Essen reicht auch solange, denn man muss sich das Essen selber mitbringen.
Am Freitag geht es dann mit ‘nem Schiff nach Belém. Kueste, wir kommen! Also wundert euch nicht, und vor allem macht euch keine Sorgen, wenn ihr bis Sonntag oder Montag nichts von uns hoert.

Liebe Gruesse
Kathi und Peter

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auf dem Amazonas

Oktober 21, 2006

Am Montag hatten wir uns nach einem Schiff nach Santarém erkundigt, einer Stadt am Amazonas, die auf dem halben Weg zur Kueste liegt.

Wir hatten Glueck- obwohl die Ana Maria V erst am naechsten Tag ablegen sollte, konnten wir die Nacht schon in unseren neu gekauften Haengematten auf dem Schiff verbringen. Wir hatten eine Amerikanerin getroffen, Stacey, und sind seit dem zu dritt unterwegs.

Am Morgen war auf einmal viel los auf unserem Schiff. Ein anderes hatte gerade angelegt und unsere Ana Maria wurde nun dazu benutzt, moeglichst schnell an Land zu kommen. So gingen viele zwischen den Haengematten durch, obwohl wir alle noch drinlagen. Als ich dann aus meiner kroch, waren meine Halbschuhe weg. Einfach weg. So mussten wir erst noch Schuhe kaufen gehen, was in einem Land voller FlipFlops ganz schoen schwierig ist!

Auf dem Amazonas

Das Wetter war unbestaendig, es war windig und es regnete oft, so dass blaue Planen runtergelassen und festgebunden wurden. Daher sah man nicht viel vom Ufer, und selbst bei gutem Wetter haette man nicht viel sehen koennen, da der Amazonas sehr breit ist und unser Schiff meist in der Mitte fuhr.

Wir verbrachten die meiste Zeit damit, Hoerbuch zu hoeren, zu essen, uns mit den anderen zu unterhalten und zu lesen. Am Mittwoch machten wir jedoch Halt an 2 Haefen, und so kam ein bisschen Leben in die Bude. Es herschte ein grosses Gewussel aus Nichtpassagieren, die ihre Sachen anboten. Es gab z.B. Kaese, salzige Bananchips, Dolce de Leite (Creme aus Caramel), Saefte und Kunsthandwerk zu kaufen. Viele kauften ewas, so dass auf der Weiterfahrt jeder mal von dem anderen probieren konnte. Dadurch kam man ein bisschen ins Gespraaech mit BrasilianerInnen und PeruanerInnen, die auch an Bord waren.

Am Abend wurden frueh die Lichter ausgemacht. Nachdem man den Tag mit faul in der Haengematten liegen verbracht hatte, war man wohl froh schlafen zu koennen, eine willkommene Abwechslung.

Um halb 6 am Donnerstag Morgen waren wir dann in Santarém angekommen.

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Manaus

Oktober 16, 2006

Nachdem wir in Boa Vista eine ruhige Kugel geschoben haben, weil (a) Feiertag war, (b) Kathi ein bisschen angeschlagen war, (c) mein Hoerbuch so spannend war und (d) wir einfach mal eine ruhige Kugel schieben MUSSTEN. Die letzten Tage haben schon geschlaucht. So wie die ersten Tage immer schlauchen. Alles ist neu, man moechte ALLES sehen, hoeren, fuehlen, schmecken und will auf keinen Fall etwas verpassen. So waren wir jeden Tag von morgens frueh bis abends spaet auf den Beinen, dann noch die Busfahrten ueber Nacht (die letzte war ganz schoen stressig) usw.

In Manaus sind wir wieder viel aktiver. Die Stadt ist groesser als wir erwartet hatten, etwa 1,8 Mio Leute leben hier. Im Reisefuehrer steht, sie sei nicht so schoen, aber uns gefaellt sie. Sie ist bunt und lebendig, es gibt ein richtiges Stadtzentrum mit Fussgaengerzone, was doch recht selten ist in Lateinamerika. Sie ist modern und der Handel lebt, nicht zuletzt durch die Einrichtung einer Freihandelszone seit den 1960ern.

Manaus erster Aufschwung war zu Zeiten des Kautschuk-Boom. Die Leute, d.h. einige wenige Leute, waren so reich, dass sie ihre Hemden nach London in die Reinigung schickten. Die Frauen der so genannten Kautschuk-Barone beschaeftigten sich den lieben langen Tag mit der Haute Couture aus Paris. Da Barone und Baronessen Unterhaltung brauchen, liessen sie sich ein riesiges Opernhaus bauen und die besten SchauspielerInnen und Regisseure aus Europa heran kommen. Hier in Manaus liess sich Buehnen-Ruhm erwerben. Da nahm man als Schauspieler schon mal in Kauf, an Malaria zu sterben, was tatsaechlich die Reihen der guten europaeischen SchauspielerInnen gut schmaelerte.

Irgendjemand schmuggelte ein paar Kautschuk-Pflaenzchen aus dem Amazonas und pflanzte sie irgendwo in Indonesien wieder an. Sie wuchsen dort so gut, dass Manaus richtig Konkurrenz bekam, die Preise verfielen und die Barone kaum mehr als Baroenchen waren. Synthetischer Gummi machte ihnen dann ganz den Garaus. Manaus verfiel bis in die 1960er Jahre, als irgendjemand auf die Idee kam, die Stadt als Freihandelszone auszurufen. So siedelte sich jede Menge Industrie, v.a. Elektro-Industrie hier an, was erneut zu einem Aufschwung Manaus’ fuehrte.

Wir haben das auch gleich genutzt, um uns im freien Handel ein neues Ladegeraet zu kaufen. Da hier in vielen Staedten 110 Volt sind und unser altes Geraet nur 220 kann, drohten uns der Strom knapp zu werden. Und das waere doch schade um die vielen schoenen Fotos (s. rechts unten), die wir hier schiessen!

Heute sind wir zum Bosque das Ciencas gefahren. Ein 130.000 m² grosses Urwaldstueck in einem der Stadtteile. Unsere Erkundungstouren dort haben uns zu Krokodilen, Schildkroeten, Aras, Affen, Fischen usw. gefuehrt. Alle freilebend – bis auf die Krokos, zum Glueck. Und jede Menge Ameisen gabs da. Von denen waren wir wohl am meisten beeindruckt. Das waren Blattameisen, keine Blattschneideameisen, wie man sie aus den Tierdokus im Fernsehen kennt. Die hier haben ganze Blaetter getragen! Saukrass!
Ansonsten sprechen unsere kalenderblatttauglichen Fotos zum Park mehr als es Worte tun koennen.

Morgen werden wir uns noch ein bisschen Kultur antun. Wir wollen uns auf jeden Fall noch das Theater von innen angucken und vielleicht noch in das Ethnologische Museum. 
Am Dienstag schiffen wir dann ein. Vermutlich fahren wir erstmal nach Santarem und dann 2 Tage darauf weiter bis ans Meer. Die Schiffsreise geht insgesamt deutlich schneller als wir dachten. Wir werden uns aber vermutlich erst wieder von Belem aus melden.

Viele Gruesse aus dem heissen Manaus von Kathi und Peter  

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Fotos!

Oktober 13, 2006

Wir haben auch ganz viele Fotos fuer euch. Ihr koennt sie euch auf dieser Seite anschauen,  indem ihr einfach runterscrollt und auf der rechten Seite die einzelnen Fotos anklickt.

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es ist geschafft

Oktober 13, 2006

Eben habe ich eine Nachricht von Claudia, einer Kommilitonin, bekommen. Ich habe meine Klausur im 3. Anlauf bestanden, endlich!!

Zu meiner Rechtfertigung: die Klausur war sehr schwer und wurde auch sehr streng und ohne Teilpunkte bewertet, so dass immer nur ein Bruchteil der Leute bestanden haben. Dieses Mal zaehle ich zu den dreien, die bestanden haben. Juhuuu!

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der Weg nach Brasilien

Oktober 13, 2006

Ja, ihr lest richtig. Wir sind in Brasilien!

Am Mittwoch Morgen kamen wir nach einer musikreichen und daher schlaflosen Nacht im Grenzort Santa Elena an. Eine 20.000 Seelenstadt mit bereits brasilianischem Flair, so steht es jedenfalls im Reisefuehrer. Da der Ort aber nicht so besonders war,  sind wir dann ueber die Grenze, um dann nochmal 3-4 Stunden Fahrt nach Boa Vista auf uns zu nehmen.

Den Grenzuebergang haben wir zu Fuss gemacht, was anscheinend auch nicht so haeufig vorkommt. Bei der Ausreise wurden wir dann nochmal kontrolliert, ausgefragt und abgetastet. Als ich an der Reihe war, sind alle maennlichen Mitarbeiter raus, auch Peter musste raus, um meine Ehre als Frau nicht anzutasten. Draussen wurde Peter schon als Schwager tituliert, weil einer mich in Venezuela halten wollte, ich hoffe doch aus Scherz!!!

In Boa Vista angekommen haben wir uns ein Hotel gesucht und auch direkt beim ersten bleiben koennen. Nach der ersten grossen Klamottenwaesche dieser Reise ging es dann nochmal raus, um was zu essen. Doch es war gar nicht so leicht. Im Zentrum war zwar super viel los, weil eine Motorradschau mit dem Meister im Crossfahren war, aber sonst war tote Hose. Aber wir haben noch ein Sandwich bekommen.

Gestern (Do, 12.10.) war hier Feiertag und wieder mal tote Hose. Es hat nur noch passende Westernmusik gefehlt und alles haette in Sepia sein muessen, dann waere es eine perfekte tote Westernstadt gewesen. So haben wir nur einen Spaziergang gemacht und waren ansonsten faul, um uns von den Strapazen der Vortage zu erholen.

Heute Abend geht es dann ueber Nacht nach Manaus, von wo aus wir dann unsere Reise auf den Amazonas antreten werden.

Es kann also sein, dass ihr jetzt laengere Zeit nix mehr von uns hoert!

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Ciudad Guayana

Oktober 13, 2006

Damit unsere Leserinnen und Leser auch wissen, wann wir uns wo befanden, soll kurz gesagt sein: wir begaben uns am Dienstag, 10.10.2006 auf den Weg zum Busbahnhof und fuhren nach Ciudad Guayana.

Die Stadt ist zweigeteilt, auf der einen Seite des Rio Caroni befindet sich Porto Ordaz, auf der anderen Seite San Felix, der urspruengliche alte teil der Stadt. Eigentlich wollten wir dort aussteigen, aber da man uns gesagt hatte, ,das es sich nicht lohnen wuerde, sind wir kurzerhand in Porto Ordaz ausgestiegen. Dieser Teil der Stadt ist spaet geplant und erbaut wurden, um ein Wirrtschaftszentrum zu errichten. Er errinnert durch das geoednete Strassensystem und den Massen an Einkaufsmoeglichkeiten und Einkaufszentren eher an ein Gewerbegebiet. 

So machten wir uns schnell auf zum Parque Cachamay. Die Sonne brannte und es war super heiss, so waren wir froh, als wir nach 3 km (gefuehlte 10 km) endlich im Parque ankamen.

Parque Cachamay ist ein Park entlang des Rio Caroni. Dort gibt es eiine 200m lange Linie mit Wasserfaellen, viele Echsen, Leguane und Aeffchen.

Nach dem langen Marsch war es eine Wohltat im Schatten zu sitzen, die schweren Wanderschuhe auszuziehen, ein kaltes wasser zu trinken und dem Rauschen der Wsserfaelle zuzuhoeren. Es wurde einem nicht langweilig, es gab ja auch noch die neugierigen Aeffchen die uns beobachteten und von einem jugendlichen Liebespaerchen die Cola-Dosen ergatterten, um diese dann mit ihren kleinen Zungen komplett zu leeren.

Irgendwann machten wir uns dann doch auf den Weg zu einem zweiten Park, Parque La Llovizna. Wir wollten eigentlich Fuss hin, doch nachdem wir ne Stunde umhergirrt waren, und uns keiner so richtig sagen konnte, wie wir dorthin kommen, haben wir uns ein Taxi geleistet. Was gut so war, denn deer Park war doch sehr weit weg.

Dort angekommen waren es dann halb 5 und der Park schçiesst eigentlich um diese Zeit. Doch wir hatten versaeumt, nochmal in deden Reisefuehrer zu schauen. Doch der Waechter am Eingang war sehr nett und hat uns noch ne halbe Stunde gewaehrt.

Schade,  dass wir nicht vorher auf die Idee gekommen waren, zum Parque La Llovizna zu fahren,  dann haetten wir noch vielmehr von diesem wunderschoenen Park in uns aufsaugen koennen. Der Park war teilweise angelegt,  hatte aber einen natuerlichen 40 m hohen Wasserfall und eine Laguna,  an der es sich verweilen liess, wenn man die Zeit dazu gehabt haette. Dennoch waren wir froh, diesen kurzen Augenblick geniessen zu duerfen.

Wir fuhren dann zurueck, kauften noch ein paar Sachen ein, den in der Nacht ging es dann mit dem Bus an die Grenze zu Brasilien.

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Begegnungen der dritten Art

Oktober 13, 2006

Von Caracas aus sind Kathi und ich entgegen unserer anfänglichen Idee, in den Ort mit dem anziehenden Namen „El Dorado“ zu fahren, zunächst nach Ciudad Bolívar gereist. Das liegt auf dem Weg nach Brasilien noch vor El Dorado. Weil
Venezuela uns bislang so gut gefallen hatte, hatten wir uns entschieden, noch ein paar mehr Zwischenstopps einzulegen. Wir hatten gut daran getan, denn Ciudad Bolívar hielt die bislang prägendsten Erlebnisse für uns bereit.Angekommen in der schönen, bunten Stadt, orientierten wir uns gleich zur Plaza Central hin. Das ist in lateinamerikanischen Städten meist das Einfachste: erst zu diesem Hauptplatz, erstmal ankommen und dann weiterschauen. Viele der für Reisende interessanten Dinge liegen ohnehin meist rund um die Plaza.

Auf der Plaza angekommen ist Kathis Sextanerin-Bläschen kurz vor dem Platzen. Die Kneipe an der Ecke verspricht Erlösung. Dummerweise nur in unserem Bild von guten Eckkneipen, wo man morgens um sieben schon/noch ein kühles Blondes bekommen kann. In diesem speziellen Fall ist das Klo fataler Weise gerade kaputt.
Als Kathi mit entsprechend verzogenem Gesichtsausdruck zurück auf die Plaza kam, lief ihr ein älterer Herr hinterher. Er hatte das kleine Problemchen erkannt und kannte auch die Lösung. „Ich wohne hier gleich ums Eck, wenn ihr gerade mitkommen wollt, kann die Kleine bei mir auf Klo gehen.“ Wir haben dankend angenommen. Kathi war gerettet und wir durften uns den Morgen dort aufhalten und uns auf den gerade erst anbrechenden Tag vorbereiten. Irgendwann musste der nette Herr zur Arbeit und seine Frau nahm sich unserer an, zeigte uns den riesigen Garten mit dem ganzen Obst, das wir in Deutschland nur von Multivitaminsaft-Packungen kennen. Wir kamen ins Gespräch bis sie schließlich auf die Idee kam, uns die Töpferschule zu zeigen, wo sie lernte, Ton aus dem Fluß in schöne Vasen zu verwandeln.
In der Töpferschule trafen wir Doña Rosa und drei ihrer jungen Schülerinnen.
Doña RosaRosa ist, genau wie unsere Gastgeberin, blühende Anhängerin von Hugo Chávez, dem „linkspopulistischen“ Präsidenten von Venezuela. Chávez ist einer von 3 Gründen, weswegen Bush noch eine zweite Achse des Bösen längs durch Lateinamerika gezogen hat (die anderen beiden Gründe heißen Fidel Castro und Evo Morales, der ehemalige Coca-Bauer, der heute Präsident Boliviens ist). Wir haben eine ausführliche Unterrichtsstunde in politischer Bildung erhalten und erfahren, dass Chávez zwar sehr links, aber kein Populist ist. Er hält, was er verspricht und ohnehin verspricht er gar nicht viel. Eigentlich nur
Essen und Bildung für alle. Ansonsten macht er den Leuten klar, dass vieles an ihnen selber liegt. Wenn alle nur versuchen, möglichst viel Profit für sich selbst anzuhäufen, wird sich nie etwas ändern. Und so, sagt
Rosa, fangen die Leute an, sich auch für das Wohl der Community zu interessieren.
Wir sind jedenfalls nach dem feurigen Monolog ausreichend indoktriniert und sind nun zumindest eingefleischte Anhänger, wenn nicht gar Jünger Chávez’. (Sympatisant war ich ja schon, allein weil Bush ihn hasst und für seine wortwitzigen Reden, in denen er frei heraus sagt, was er denkt.
Den meisten Rest vom Tag haben wir damit verbracht, die Farbenvielfalt des Ortes zu bestaunen. Jedes Haus ist in einer anderen Farbe gestrichen und ich meine nicht diese bleichen Pastelltöne mancher Einfamilienhäuser in manchen deutschen Vororten. Richtige Farben, so als hätte Andy Warhol sich mal so richtig an den alten Kolonialbauten ausgetobt.Ciudad Bolivar

Irgendwie hat es sich ergeben, dass wir abends dann bei dem netten alten Herrn und seiner Frau übernachten konnten. Er wies uns ein Plätzchen in dem Raum zu, wo er einen Schrein aufgebaut hatte.
Dort stand ein kleiner schwarzer Kerl mit einem riesigen Dolch unter dem Arm. Drumherum allerlei Zeug, wie ein kleines Beilchen, eine Rassel, Blumen und Kerzen. Darüber auf einem Vorsprung in der Wand standen dann Maria und andere heilige Leute und noch mehr Kerzen und Blumen. Wir wir erfuhren gibt es Geister in dem Haus. Die Hausherren kommunizieren über das kleine schwarze Männeken mit ihnen. Der nette alte Herr meinte “Von so was versteht ihr nichts, oder?” Ich erklärte ihm, dass es schon Schamanen und so in Deutschland gibt und als ich ausholen wollte um ihm zu erkläre, dass ich offen bin für solche Denkweisen nur, dass es sehr schwer ist, mich damit zu erreichen, hielt er
mich am Arm und sagte, ich solle ganz schnell mit den Augen flimmern. Ich tat wie geheißen. Auf Kommando “Stopp” öffnete ich die Augen ganz, er schaute hinein und erklärte mir, dass mein linkes Auge verrät, dass ich noch ein irgendein kleines Problemchen auf dieser Reise bekommen werde. Nichts grossartiges, ich soll nur vorbereitet sein. Auf einmal erreichte mich die Metaphysik dann doch! Mir wurde schon ein Bisschen anders. In Kathis Augen ist zu lesen, dass sie irgendetwas von zu Hause mitbringt, irgendeine Sorge. Auch nichts grosses. Wir vermuten, dass es die Sorge um die eine Klausur ist, die Kathi kurz vor der Abreise geschrieben hat und wo sie sich nicht sicher war, ob sie durch ist oder nicht. Oder möglicherweise ist es die lange Zeit, die sie von Philipp getrennt sein wird.

Der SchreinNaja, nach einem schoenen Abend unter Palmen schliefen trotz aller Geister und Weissagungen sehr gut unter dem kleinen schwarzen Mann.