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Dem Abenteuer auf der Spur

Oktober 26, 2006

Kathi und ich hatten uns entschieden noch ein paar Tage laenger in Amazonien zu bleiben, anstatt direkt weiter an die Kueste in die naechste grosse Stadt (Belem) zu fahren. Und ich finde, wir haben gut daran getan. Es waren wundervolle und ereignisreiche Tage.

Wir sind in Alter do Chao untergekommen. Ein klitzekleines suesses Staedtchen, mitten im Urwald. Naja, nicht ganz mitten drin. Urwald gibt es nur auf 2 Seiten.  Auf den anderen ist der Rio Tapajos, ein Zufluss des Amazonas, der so breit ist, dass wir staendig versehentlich Meer statt Fluss sagen und dann ist da noch der gruene See. Der ist das besondere an dem Ort.

Im Sommer, quasi jetzt (wer schnell umdenkt mag sich wundern: da wir auf der Suedhalbkugel sind, muesste doch jetzt Fruehling sein. Dachten wir auch, aber hier gibt es nur 2 Jahreszeiten und die gerade heisst Sommer und die in der es regnet, Winter) gibt es da naemlich jede Menge Strand vor einem See, der wunderbares, sanftes, leicht kuehlendes Wasser hat.

Unsere Tage haben wir meist mit einem Spaziergang oder meditationsartigem Rumhocken auf dem weissen Sandstrand begonnen. Nach dem fruchtigen Fruehstueck mit den kleinen Gruppe, die sich dort gebildet hat, haben wir uns Muehe gegeben, so viel wie moeglich von der Umgebung zu erkunden. Was bei so viel Urwald gar nicht so einfach ist.

Einen Tag blieb Kathi ziemlich lang am Strand und ich wollte ihr die Zeit geben. Allerdings haben wir dadurch die Gruppe verpasst, die zum Fischen losziehen wollte. Waere interessant gewesen, Piranhas unter dem kritischen Blick von Aligatoren und anderen Wesen zu fischen. Aber wir hatten auch einen aenteuerreichen Tag.  Ueber dem Strand erhebt sich ein Kegel, steil und spitz in die Hoehe. Da wollten wir rauf. Drumherum ist jede Menge Wald und Busch. Da mussten wir durch.

Dummerweise haben wir uns beim Tiere (Heuschrecken, eine halbe Elle lang, Schmetterlinge in allen Farben, Groessen und Formen, genau wie die Echsen und Voegel) ein wenig, naja, schon ziemlich, verfranst, so dass wir im wahrsten Sinne ueber Stock und Stein mussten, um wieder in die richtige Richtung zu kommen. Schraeg war, dass wir von unten den Kegel gar nicht mehr sehen konnten, der sonst Meilen weit zu sehen ist. Ich also in alter Waldlaeufermanier auf den naechsten Baum, Ausschau halten. Immer noch nichts zu sehen. Hm. Wir glaubten schon an wunder. Dann irgendwann wechselte die Flora in etwas was fuer die Tropen unglaublich trocken war. Ringsum nur verdorrtes Gras und lauter tote Baeume. Aber immerhin kein Blatt mehr, was uns die Sicht versperren konnte. Endlich hatten wir wieder Blickkontakt mit dem Berg.

Der Weg dahin verlief durch Brusthohes Gras, das wir erst feinsaeuberlich aufspalteten, bevor wir unseren Fuss aufsetzten, um zu gucken, ob wir auch auf keine Schlange treten. Dann wieder Wald. Kathi hatte langsam genug und ihr Kreislauf auch. Als wir dann am Berg angekommen waren, bin ich alleine hoch. Kathi ist leider nicht in den Genuss dieses grandiosen Ausblicks gekommen. Aber sie hat moeglicherweise noch mal die Gelegenheit.

Letzten Sonntag ist unser Sonntagsspaziergang in ein aehnliches Abenteuer ausgeartet. Wir wollten zu einer kleinen Lagunge am See. Dummerweise ist der See kein rundes Becken mit Wasser drin und ein paar Baeumen drumherum, wie man sich Seen so vorstellt.  Immer wieder waren so ewig lange Seitenarme zu ueberqueeren. Meistens gings zu Fuss. Ausser einmal. Da mussten wir schwimmen. Dumm fuer Kathis Schuhe und Hose. Die Kamera konnte ich irgendwie retten.

AbenteuerinnenIrgendwann dachten wir, wir umlaufen mal eben den kleinen Sumpf, der da entstanden ist wo der kleine niedliche Bach in den See plaetschert. Ja, das dachten wir. Wieder schlugen wir uns durch dichtes Gestruepp, liessen uns Arme und Beine von Killer-Gras zerfetzten, stapften durch huefthohen Schlamm und mussten Aligatoren besiegen (okay, das war gelogen, aber sonst ist alles die reine Wahrheit). Die kleine Kurve um den kleinen Sumpf ist dann in ein mehrstuendiges Unterfangen ausgeartet. Auf der anderen Seite angekommen, waren wir ganz schoen fertig, und dachten uns, wir koennten auch mal wieder nach Hause. Diesmal wollten wir aber die Abkuerzung durch den See nehmen. Nur da wir nicht wussten, wie tief es ist, fragten wir ein paar Kids, die einen Ausflug mit dem Boot gemacht hatten und nun am Fussballspielen waren, ob sie uns gerade uebersetzen koennten. War ja nicht weit, nur bis auf die andere Seite vom Sumpf. Da wo ihre Eltern ohnehin gemuetlich im Schatten lagen und Fische verspeisten.Der Sumpf

Aber die Jungs waren von der scheuen Art und zeigten uns ganz unbrasilianisch und dadurch ueberraschend fuer uns die Schulter. Sie setzten dann irgendwann ohne uns ueber. Einer der ihren versprach aber, mit dem Boot zurueck zu kommen und uns zu holen. Aber anscheinend war die Wasserschlacht doch irgendwie interessanter als die gestrandeten Bleichgesichter am anderen Ufer. Also stapften wir wieder zu Fuss in die Richtung und dann setzten sie sich doch noch in Bewegung und halfen uns wenigstens, unsere Sachen trocken ueber zu setzen. Kathi Jones (nach dem Abenteuer)

Ein Kommentar

  1. also peter, was du so mit der arme kathi machst!!!! da bist du aber froh das ich nihct dabei bin, ich kann mir genau vorstellen wie ich jammer und klagane wuerde, und es war direkt gleich am anfanga!!!!!!



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