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Dem Meer so nah

November 14, 2006

Den beschwerlichen Weg ans Meer, um genauer zu sein nach Jericoacoara, konntet ihr ja lesen. Dementsprechend waren wir froh, endlich angekommen zu sein. Das erste was wir taten (nachdem wir uns einen Platz zum Zelten gesucht hatten), war ins Meer zu springen, das direkt vor unserer Tuer lag. Die Temperatur war angenehm, nur die Wellen, die sich staendig vor einem, hinter einem, neben einem und ueber einem brachen, waren ganz schoen anstrengend. Es machte Spass, sich in die Wellen zu stuerzen und wir versuchten staendig auf den Wellen zu reiten, was uns teilweise sogar gelang.

Als wir wieder rauskamen, gingen wir erstmal auf die Suche nach unseren Klamotten, die wir auf den Steinen abgelegt hatten. Wir hatten ein wenig die Orientierung verloren, denn die Stroemung des Wassers hatte uns soweit vom urspruenglichen Ort weggetrieben. Zudem hatten wir das Gefuehl gehabt, dass die Flut herein gekommen und dass das Wasser gestiegen sein muesste. Dem war zum Glueck nicht so, denn wir hatten schon befuerchtet, dass all unsere Sachen, samt dem Brustbeutel von Kathi von den Wellen erfasst und in den Tiefen des Meeres verloren waren.

Nachdem kleinen Schock genossen wir erstmal die Mittagssonne unter den Cashewbaeumen unseres Zeltplatzes.

Die restliche Zeit verbrachten wir in Jericoacoara damit, zu schwimmen, auf einen nahegelegenen Huegel zu spazieren und den Ausblick zu geniessen und den Wassersportlern zuzuschauen. Am meisten faszinierten uns die Windsurfer, die die unglaublichsten Stunts in den hohen Wellen vorfuehrten. Die waren teilweise echt gut. Es gab aber auch noch Wellenreiter und Kitesurfer.

Am dritten und letzten Tag leihte Peter sich ein Surfbrett mit Segel aus, und wollte sein Bestes versuchen. Der Tag war extrem windig, und dementsprechend die Wellen hoch. Wir suchten uns eine kleine Bucht aus, die ein wenig geschuetzt lag, so dass die Wellen nicht ganz so hoch waren. Der Wind nahm jedoch bestaending zu und wurde dann einfach zu stark, um nach so vielen Jahren wieder mit dem Windsurfen anzufangen. Er musste feststellen, dass Surfen auf dem Balaton in Ungarn doch noch mal ganz anders war.

Jericoacara ist sehr touristisch. Ueberall wo man hinschaute und vor allem hinhoerte, traf man Deutsche und andere Europaer, die hier ihren Strand- bzw. Surfurlaub verbringen. Ansonsten ist die Atmosphaere sehr schoen hier. Tagsueber die Aussicht auf das tuerkisblaue Meer, Strand und beige Duenen. Abends kommen die Sterne heraus und ab und an blitzt eine Sternschnuppe ueber die Capoeira-Taenzer am Strand auf. Wenn man vom Strand in den Ort hinein laeuft, dringt ueberall nette Musik an deine Ohren, ueberall brennen dezente Lichter und der Weg ist gesaeumt mit Staenden, wo du dir ein wohlschmeckendes Getraenk (ausschliesslich alkoholische Cocktails und Longdrinks zu Spottpreisen – das Wasserglas Caipirinha fuer knapp 1 Euro) mixen lassen kannst.

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