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In Bahia angekommen

November 21, 2006

Gestern sind wir an einem Sonntag in Salvador da Bahia angekommen und es war eher stressig zu einer Herberge zu gelangen. Ueberal standen Leute rum, die uns eine Pousada, ein Hostel, eine Herberge oder sonst etwas zeigen wollten, um eine Provision von den Unterkuenften zu bekommen. Zudem kamen noch die ganzen mobilen SchmuckverkaeuferInnen mit Ketten und Armbaendern um den Arm, die einem den schoensten Schmuck von Bahia verkaufen wollten. Man musste echt aufpassen, dass man nicht irgendwann ein buntes Baendchen ums Handgelenk hatte. Ein einfaches Nein akzeptierten die wenigsten.

Bahia war eigentlich der Teil, der das Hauptgewicht der Reise ausmachen sollte. Hier wollten wir uns am laengsten aufhalten. Die afro-brasilianische Kultur, mit ihren vielen Farben, Festen und Rhythmen reizte uns. Allerdings hatten wir unser Ankommen anders erwartet. Wir hatten eben nicht an die vielen Leute gedacht, die Geld damit machen,  Touristen und Reisende auf die ein oder andere Art und Weise auszubeuten. Das Geschaeft nimmt, wie wir finden, teilweise menschenverachtende Zuege an. Man ist als AuslaenderIn nur Ressource, aehnlich wie Schlachtvieh in der modernen Fleischindustrie. Alles an dir wird zu Geld gemacht, deine Beduerfnisse, wie Essen, Trinken und Schlafen, dein Vorhaben, etwas von Land und Leuten zu erleben, die Tatsache, dass du auf Informationen angewiesen bist, dass du dich nicht auskennst, dass du die lokalen Tricks der Diebe und Heuchler nicht kennst usw. (Das Reisehandbuch bereitet dich zwar darauf vor, was es aber auch nicht wirklich besser macht, da du dann an jeder Ecke nur noch Diebe, Heuchler und Drogenabhaengige siehst, die tatsaechlich nicht so zahlreich sind, wie man meint, wenn man den Guide liest.) 

Ziemlich gestresst haben wir eine Herberge im Stadtteil Pelourinho gefunden. Dies ist der alte Stadtteil von Salvador und dementsprechend eher im Kolonialstil gehalten. Von den Farben der Haeuser her, fuehlten wir uns ein wenig an unseren vorherigen Aufenthalt in Olinda erinnert. Es gibt einen Platz nach dem anderen und eine Kirche nach der anderen. Salvador hat an die 400 Kirchen, fuer jeden Tag im Jahr eine und noch ein paar auf Reserve. Krass, oder? Man darf sich gar nicht erst an den Kirchen orientieren, sonst ist man verloren. Jedenfalls geht es mir so. Peter ist da wesentlich besser drin!

In der Herberge angekommen ueberwanden wir gleich unsere Abneigung gegen das Menschenschleppervolk und schlenderten den Nachmittag wieder durch die kleinen Strassen und Gassen und erkundeten, die etwas ruhigeren, aber immer noch sicheren Ecken Salvadors, der Hauptstadt von Bahia, dem afro-brasilianischen Bundesstaat von Brasilien. Als Peter wieder genervt war, sind wir was Essen gegangen. Dann wars besser. Als er wieder genervt war, sind wir schlafen gegangen. Danach war es besser und der Abend war dann noch mal richtig nett, bevor wir dann mal richtig ausruhten und den zweiten Tag in Angriff nahmen, den wir komplett geniessen konnten (vermutlich weil nicht mehr Wochenende war und wohl auch, weil das ganze Volk mit den Zeremonien zu einem lokalen Fest, das in allen Gassen tobte, beschaeftigt war.

Morgen (Di) werden wir wieder unsere 7 Sachen zusammenpacken und nach Lençois fahren, einem etwas groesserem Ort in der Naehe des Nationalparkes Chapada Diamantina. Von dort aus werden wir dann eine mehrtaegige Hikingtour starten- durch den Nationalpark mit seinen Fluessen und ihren Wasserfaellen, mit Bergen, Plateaus und gruenen Taelern und mit Regenwasser gefuellten Kratern zum Schwimmen. Also wundert euch nicht, wenn wir uns jetzt laengere Zeit nicht mehr melden.

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